Anfangs Mai haben 7 Wirtschaftsingenieur | Innovation Studenten der HSLU im Rahmen einer Studienreise Estland besucht. Hier ein ausführlcher Bericht über die Reise.

 

Estland- Start-up Hochburg und Digitalisierungs-Vorreiter

Aus den früheren Exkursionen im Rahmen des Modulangebotes “Praxis im Studium“ der Wirtschaftsingenieure motiviert, bildete sich ein Studententeam für eine Exkursion in die Praxis. 7 Wirtschaftsingenieure aus dem 1. und 2. Jahr des Bachelorstudiums haben die Organisation der Exkursion in Angriff genommen.

 Die Gruppe beim Besuch von Sprayprinter

Die Gruppe beim Besuch bei der Firma Sprayprinter

 

Ziel dieser Exkursion war die selbständige Planung, Durchführung und Dokumentation von Firmenbesuchen in einem europäischen Industrie-Cluster. Unter anderen stand der High-Tech Cluster Graz in Österreich, die Automobilproduktion im Dreiländereck Polen-Slowakei-Tschechien sowie Norddeutschland mit der Schiffs- und Luftfahrtindustrie als Mögliche Destinationen zur Wahl. Doch der Reiz liegt bekanntlich im unbekannten, womit die Wahl auf das postsowjetische Estland fiel. Das Land gilt als Vorreiter in der Digitalisierung und als starker Start-up Förderer, was die Höchste Start-up Dichte in ganz Europa mit sich bringt.

 

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Die Gruppe umgeben von Gründern und 140'000€ Lautsprechern

 

Das Exkursionsteam wollte mehr über die Hintergründe der hohen Start-Up Dichte in Erfahrung bringen und erfahren was die Gründer motiviert, was Estland als Niederlassung attraktiv macht und was Start-up's erfolgreich macht. Fünf Firmengründer haben ansteckend von Ihrem Leben und von den Meilensteinen als Start-up Unternehmer erzählt. Nicht nur die Start-ups erweckten die Neugier der Studenten, sondern auch schweizer Firmen Max Dätwyler, welche im Präzisionsmaschinenbau tätig ist, und Trüb Baltic welche Bankkarten und die estnischen Identitätskarten herstellen. Der Besuch diese Firmen hatte das Ziel Gründe zu finden um in Estland zu Investieren.

 

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Flydog Marine stellt Bojen her um Messungen im Wasser vorzunehmen

 

Estland gehört im digitalen Bereich zu den am weitesten fortgeschrittenen Ländern der EU. Beipielsweise sind Patientendaten zentral elektronisch erfasst und einfach einsehbar. Weiter haben Estnische Bürger die Möglichkeit online abstimmen. Die Estnische Identitätskarte, hergestellt von der Schweizer Firma Trüb spielt in diesem System eine zentrale Rolle. Gründe um in Estland zu investieren sind tiefe Kosten für Arbeitskräfte, geringe Bürokratie, gute akademische Ausbildung und eine Arbeitsmentalität die der deutschen nahe ist. Die Esten zeigen eine hohe Effizienz durch eine gesunde Risikobereitschaft. Tiefe Entwicklungskosten für die Softwareentwicklung vor Ort und tiefe Kosten für Immobilien sind weitere genannte Argumente welche für Estland sprechen.

 

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Hauptstadt Tallin mit Blick auf die Baltische See

Die hohe Attraktivität für Start-ups ergibt sich daher dass der Staat sehr einfach Beträge im Fünfstelligen Bereich für die Förderung von Unternehmen ausgibt. Die Eröffnung einer Firma ist angeblich in 20 Minuten erledigt, weiter sind Reinvestierte Gewinne Steuerfrei. Viele der Gründer haben sich bereits im Studium oder im vorherigen Job intensiv mit dem Thema befasst in welchem Ihre Firma zuhause ist. Ein anderer Grund ein eigenes Unternehmen zu gründen ist der Mangel an interessanten und fordernden Jobs in Estland, auch bedingt durch die Kleinräumigkeit des Landes. Alle der Besuchten Start-ups haben erfolgreich eine Nische besetzt. Viele Gründer sind froh, dass sie sich die Gründung einer Firma nicht zu genau überlegt haben ansonsten hätten Sie diesen Schritt nicht gewagt.

Bei einem Besuch des Präsidenten der schweizerisch-baltischen Handelskammer, Jürg Würtenberg, erhielten wir sehr viele spannende Hintergrundinformationen zur Politik und Geschichte von Estland. Das gesamte Programm der Exkursion war sehr abwechslungsreich und wir konnten über die 7 Tage sehr viele Eindrücke und Inspirationen für das Studium, aber auch für das spätere Berufsleben mitnehmen. Selbstredend wurde auch die Estnische Kultur erkundet.

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